Ottos EM-Stübken: De Frisur Gottes
Geschrieben von FensterRentner am 14. Juni 2012 | Abgelegt unter Fussek EM 2012
Kinners,
ich melde mich hier live vom FensterRentner Fusseksofa in Bueringsdorf. Hinter mich rauscht de Klospülung un vor mich, im Garten gegenüber aalt sich en Rentnerehepaar inne Sonne. Also allet wie gehabt. Als Experte steht mich mein besten Kumpel Ärwin anne Seite, wo aba schon en leichten Sonnenstich hatt, weil ihm auf seine Seite vonnet Sofa de Sonne en ganzen Tach innet Gesicht kachelt. De Zeitverzögerung vom en auffet Sofa gerufenet „Wilma, bring ma neuet Bier“, biss inne Küche rein beträcht netto ohne Tonstörungen 10 Sekunden. Durch de ein oda andere Tonstörung kann aba au ma als Antwort „Watt iss los? Schwing deine reudige Vier?“ kommen.
Aba zurück zum Thema, wo uns alle nich mehr los läßt inne letzte Tage. De erste Woche vonne Fussek-EM iss fast rum un et iss Zeit für en kurzet Zwischenfazit. Erstma muss ich ganz klar sagn, biss getz haut mich de EM noch nich vonnet Sofa. Entweda war de letzte Saison bei uns inne Liga so gut, watt Schnellichkeit, Zauberbuden und Unterhaltungsfaktor angeht, oda aba de Spielers beie EM sin alle en bissken geschlaucht un kommen nich mehr richtig ausse Pantoffel. Man weiß et nich.
De Frisur Gottes
Au wie sonn Duell Niederlande gegn Deutschland, da hätt ich sons mitten Nervenkasper anne Sofakante gesessen. Aba da war au irgendwie kein richtigen Biss drin. De Niederländer kriegn ihre Offensive nich vernünftich auffen Platz un de Deutschen machen dann ma so zwei Buden un spieln ihrn Stiefel runta, wo de dich selbs aba au denks „Also spielerisch habn wer da aba noch en bissken Luft.“
Aba unsern aktuellen EM-Held iss natürlich unsern Gomez. „De Frisur Gottes“ wie ich en ja nur noch nenne. Un wie er da mit seine spezielle Lockenwickler-Drehung im Strafraum vonne Niederländer de erste Bude gemacht hatt, datt war schon en feinet Dingen, da kannse nix sagn. Zweite Granate bei uns innet Team iss einer wo sons inne Abwehr im tiefsten Sauerland spielt un wo ich gerad nich auffen Namen komm. Aba datt diesen besachten Profi schon vor de EM seinen Vertrach bei sein angestammten Verein verlängert hatt un sich nicht gedacht hatt „Hier, wenn ich ne gute EM spiel, dann reißen sich de Vereine um mich un ich kann ma gut wechseln oda noch en bissken ummet Gehalt zocken“, davor kann ich nur en Hut ziehn.
Medienpalavereien
Un watt gibbet sons noch so? Inne Medien drehn se nach wie vor ihrn eigenen Schuh un palavern un palavern üba alle mögliche Faktenkacke die sowieso keinen interessiert. Diesen Spieler isst mehr Joghurt un hat en halbet Kilo zugenommen, dem andern Spieler seine Olle hatt ne kurze Buchse an, welchen Einfluss der Temperaturunterschied zwischen Polen un Ukraine wohl auffe Frisuren von unsere Spielers hatt, ob unsern Trainer en neuet Glückshemd hatt un so weita un so fort.
De solln sich ma lieba fragn, wie se ihre Bild- und Tonstörungen innen Griff kriegn un welchen Einfluss datt ganze Palaver auffe Krawatten vonnen Zuhörer hatt, sons solln se da lieba ma en paar Kabel umklemmen un gleich datt „FensterRenter Fusseksofa aus Bueringsdorf“ auf alle Kanäle übertragn.
Glück Auf!
Euern Otto
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