Archiv für die Kategorie 'Wirtschaftslexikon'

Konjunkturpils

Geschrieben von am 12. Januar 2015 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

in den Nachrichten heißt es ja immer, durch den niedrigen Ölpreis wird die Wirtschaft ma kräftig angekurbelt. Da kam bei uns im Kiosk natürlich die Frage auf, wie das funktionieren soll. Und da musste ich den Jungs und Mädels ma kurz in meiner Funktion als internationalen Weltenerklärer die Sachlage ausdrapieren.

Es ist doch ganz einfach. Wenn ich anne Tanke fahre und mach die Karre voll mit Bezin für 1,60 Euro hat mich das letzten Sommer noch grob gesagt 50 Tacken gekostet. Fahr ich heute anne Tanke und mach die Karre für 1,20 Euro voll, kost mich das nur noch 30 Tacken. Heißt, ich hab 20 Tacken übrig. Und dann kommt die entscheidende Tat. Wenn du an der Kasse vonne Tanke bezahlst und gefragt wirst „Sonst noch wat?“ dann sagst du nicht „Nö“, sondern „Jau, ich nehm mir hinten noch für 20 Tacken Pils mit ausm Kühlregal“. Dann bist du auch wieder bei 50 Euro, hast aber 20 Euro direkt vor Ort in die Wirtschaft investiert.

Wenn das alle so machen, müssen die Brauereien mehr Pils produzieren und bald mehr Leute einstellen. Dann hat die Brauerei mehr Gewinn, die Leute mehr Gehalt in der Tasche und dann beginnt ein Kreislauf, der die gesamte Weltwirtschaft wieder auf Kurs bringt. Und auf diese Erkenntnis trink ich mir jetzt erst ma ein kühles Konjunkturpils.

Prost und Glück auf!

Euern Otto

Ottos Wirtschaftslexikon: Lebensleistungsrente

Geschrieben von am 15. November 2012 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

in meine Funktion als Finanzexperte vonne osteuropäische Wellnesstempel-Versicherung isset meine Pflicht, de Klamotten wo unsere Regierung letztens beschlossen hatt au ma fürn kleinen Mann verständlich auffen Punkt zu bringn. Un da steht an erste Stelle natürlich ma de Lebensleistungsrente.

Datt iss getz ma ne ganz feine Geschichte mitte Lebensleistungsrente. Datt Wort allein besacht ja schon ma, du kriechs ne Rente wo de Leistung wo de in dein Lebn vollbracht hass angemessn bedenkt. Un dafür habbich ma ne ganz einfache Formel entwickelt, wo jedn seine Rente mit ausrechnen kann un datt geht so:

Anzahl vonne Arbeitsstundnen im Job minus de Stunden wo de auffet Sofa gesessen hass multpliziert mit de Anzahl von Kinder wo de gezeucht hass un datt ganze geteilt durch de Meistaschaften wo dein Lieblingsfussekverein in seine Geschichte biss getz gewonnen hatt.

Genau betrachtet heißt datt natürlich, datt Fans von Fussekmannschaften wo schon oft Meista warn natürlich innen Hintern gekniffen sin, warum iss klar. Sonne Feier vonne Meistaschaft un de damit verbundenen Siege de ganze Saisons üba kosten ma grob 30 Arbeitstage (Pauschal 25 Siege pro Saison plus 5 Tage Meistafeier) wo de hackedicht jubelnd durche Gegend tapers un noch ma zehn Tage wo de im Bett liechs un en Kater auspenns, also so gesehn nix füre Rente leistes. Un wer sich getz gar nich für Fussek interessiert iss hier natürlich auffe Gewinnerseite, denn gar nich für Fussek interessiern schont datt Herz un de Leber un du vertrödels keine Zeit um auffe Maloche mitte Kollegen übern letzten Spieltach zu palavern. Also kannse da datt ganze einfach durch Null teiln un biss fein raus.

Un wenne datt ausgerechnet hass, dann gibbet noch ne Zusatzregel um au auffen exakt angemessenen Betrach zu kommn un datt geht so: Datt Pfand von jede Pulle Bier oder andern Alkohol wo du dich nach un vor Feierabend reingezogn hass wird vonne Rente abgezogn, auffe andere Seite wird aba datt Pfand von jedet gesunde Getränke wie Mineralwasser un sowatt auffe Rente drauf gepackt. Datt heißt natürlich glasklar, zur Tarnung ordentlich Wasser mit Pfand kaufn un datt Pils dann pfandfrei inne Kneipe ausset Glas trinken, so einfach findese au hier wieda datt passende Schlupfloch.

So un wenne datt dann allet ausgerechnet hass, dann kommt da en Betrach raus, wo de dich wenn et ma soweit iss mitte Rente entweda en halbet Mettbrötken ohne Belach oda 20 Gramm Mett ohne Brötken für kaufn kanns.

Ich habb de Rente ja schon durch, aba für alle jungen Leuts wo sich getz fragn, wie et wohl mitte Rente aussieht würd ich folgendet vorschlagn: Sorcht auf eigene Faust vor füret Alter. Holt euch ne große Kühltruhe un packt die biss obn voll mit Mett un dann bezahlter vonne Lebensleistungsrente de Brötkes dazu un seid fein raus. Denn ma ganz im Vertraun, viel mehr als wie en frischet Mettbrötken brauchse nich um innet Rentenalter glücklich zu sein.

Ottos Wirtschaftslexikon: Ehrensold

Geschrieben von am 1. März 2012 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

ihr wisst, ich als Finanzexperte vonne osteuropäische Wellnesstempel-Versicherung habb et mich zur Aufgabe gemacht, Euch üba aktuelle Themen rund umme Kohle zu informiern un vor allem ma zu erklärn, watt da übahaupt Phase iss.

So un getz geht et ja schon seit Tagen nur noch um ein Thema, en Ehrensold. Getz könnte man denkn, Ehrensold iss datt, watt de Griechen alle paar Wochen vonne EU in Milliarenhöhe zugeschobn kriegn. Iss aba nich. Ehrensold iss au nich, wenn Du als Arbeiter 40 Jahre malocht hass un dann ne Rentenerhöhung von 0,1 Prozent kriechs bei ne gleichzeitige Verachtfachung vonne Sprittpreise un imma weniga Inhalt inne Chipstüten.

Ehrensold iss nämlich watt ganz watt anderet. Ehrensold geht nämlich so: Stellt Euch ma vor, ihr habbt gerade nix vor und geht sonn bissken in Berlin spaziern. Dann kommter an sonn Schloss vorbei un denkt Euch „Kerr, datt iss ma ne Butze, da möchte ich wohl ma wohn“. Dann telefonierse ma en bissken rum un rüttels sonn bissken am Zaun un irgendwann hatt der Vormieter kein Bock mehr, weil er noch ma wech muss un schon iss de Butze frei un du sitzt drin.

Dann taperse da sonn bissken durche Gänge, schüttels en paar Hände, klemms en paar Nationalspielers ne Plakette annet Hemd, fliechs en bissken durche Welt, damitte woanders au ma en paar Hände schütteln kanns un weil datt allet so anstrengend iss, lässte dich ma vonnen paar gute Kumpels zu ne eine oda andere Urlaubsreise einladn. So un dann sacht nachen paar Jahren deine Olle auf ma zu Dich „Mensch, weißt Du watt!? Ich kriech datt nich hin meine Adresse hier beien Online-Schuhhändler zu ändern, da steht imma noch unsere alte Butze drin un ich kriech datt nich raus. Datt geht so nich. Ich brauch meine Pakete, wir müssn wieda in unsere alte Butze einziehn.“ Un dann sachse Dich „Recht hattse! Denn wenn ich mich ma online Schuhe bestelln will, dann kommn die ja au nich an. Datt iss en untragbaren Zustand! Wir ziehn wieda zurück in unsere alte Butze“.

Soweit iss ja allet klar un schon tausend ma in Deutschland passiert. Aba getz kommt de Ehrensold innet Spiel. Getz sagn de Politikers „Teufel noch ma, guck Dich diesn armen Kerl an. Der hatt da so viel Hände schüttln müssn un musste in datt alte Schloss da mitten in Berlin wohn, da müssn wir ihn watt für gebn. Lass uns datt ma ebn mit ne Formel durchrechnen. Bissken üba 2 Jahre hatter da gewohnt, ma so rund 100.000 Hände weltweit geschüttelt in de Zeit, von Kinderfeste biss zum Könich von Zongoland. Macht also 2 x 100.000 Euro, kommn wer auf 200.000 Euro, aba datt klingt getz en bissken zu dick füret einfache Volk, lass uns ma en Abschlach machn, damit datt bessa klingt, also einigen wer uns auf 199.000 Euro pro Jahr. Un weil der Mann ja au en Lebn lang neue Schuhe brauch un er ohne Kohle nix bestelln kann, kriechter de Kohle einfach ma pauschal sein ganzet Lebn. Datt iss doch en fairet Dingen.“

Ottos Wirtschaftslexikon: Der Hebel

Geschrieben von am 26. Oktober 2011 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

kerr watt iss datt en Rumgeeier mitte Schuldenkrise. Da blickt doch keina mehr durch. Aussa ich natürlich. Aba eins iss ja au klar: Mit sonne Schuldenlatte wie einige südeuropäische Länder vor sich her schiebn, da hättese in jedem deutschen Puff Hausverbot mit. Datt iss ma Fakt.

Aba getz habbn se sich ja watt neues ausgedacht. En Hebel. Un datt klingt ja schon ma nich schlecht, denn sonn Hebel der kann ne ganze Menge Glück bringen, datt kann ich ausse eigene Erfahrung heraus sagn. Ich trach ja schließlich seit Geburt an en Hebel mit mich inne Buchse durche Gegend. Aba, auffe andere Seite kann sonn Hebel einen auch innet Verderben führn.

Denn wenne sonnen Hebel nich vorsichtich einsetzt, dann kannse nachher mehr Geld auffen Tisch legn wie vorher, dann heißt et Zahlemann un Söhne für de nächste Generation von dich selber, verstehse. Aba gezielt eingesetzt, da kann sonn Hebel schon einiget bewirken, et kann an erste Stelle ma de Mägde, ich mein Märkte, beruhigen. Aba sonn Hebel kann au nich unendlich Geld feuern, datt machse en paar Mal un dann iss de Luft raus aussen Hebel. Dann braucht datt erstma wieda ne Zeit bisse den neu ansetzen kann.

Also ich würd mein Hebel ja gern zur Verfügung stellen füre Rettung von Europa, weil damit wär datt natürlich kein Problem, aba da hätt meine Wilma watt dagegen, denn se sacht, wenn ich meine Hebelwirkung an Europa verschleuder, dann blieb ihr ja nur en schlaffet Eurobündchen.

Aba unsere Politikers werdn datt schon machen mitten Hebel un wenn et dann eines Tages heißt „Der Euro iss im Arsch, ab heute wird in Gemächtgröße abgerechnet“ dann binnich auf ein Schlach Milliadär, so sieht datt ma aus.

Glück Auf!

Euern Otto

Ottos Wirtschaftslexikon: Datt EFSF Deckelschirmken

Geschrieben von am 29. September 2011 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

et iss ma wieda anne Zeit, Euch de Finanzwelt zu erklärn. Heute geht et ummen Rettungsschirm EFSF. Datt is im Prinzip ganz einfach. Du muss Dich vorstellen du sitzt inne Kneipe un et wird schön gezecht. Wenn et dann annet bezahlen geht, dann sacht der erste „Kacke, ich habb meine Patte vergessen“, dann sacht der zweite „Ich hab dick Schulden, ich habb meine ganze Kohle inne Spielothek verballert“ un der dritte sacht „Ich lass hier schon seit drei Jahrn anschreiben, mit mein Deckel kannse hier bald de Wände tapezieren“ un der vierte sacht „Ich bin zwar schon üba 70, aba wenn ich inne Zitty mitte Geldscheine vor jungen Dingers wedel, dann wedelt eine davon abends imma noch en bißcken mit mein bestet Stück, capito“.

Un dann kommt eina rein un sacht „Mensch Leuts, ihr könnt doch nich so üba Eure Verhältnisse lebn, ihr müsst ma watt sparen. So wie ich datt mache. Ich hab zwar au fünfzehn Kredite am laufen, aba ich hab mir zuhause auffen Zettel geschrieben, datt ich keine neuen Kredite mehr aufnehme un au allet wacker abbezahle. Also so weit datt geht, Ausnahmen wie Urlaub, neue Karre, Sarnierung vonnet Haus, Schalke-Dauerkarte, Pay TV Abo fürn Fussek, Unterhalt füre Olle un so ma ausgenommen. Ja un den Zettel habbich dann eingerahmt un bei mich anne Wand gepinnt. Un weil ich datt getz so vorhab, da habb ich ja im Prinzip gar keine Schulden mehr, weil iss ja logisch, ich will die ja abzahln un dann sin die ja quasi schon wech, weil ich datt ja vor habb.“

Un wenn diesen Sparkommissar dann hingeht un zum Wirt sacht „Hömma, ich halt meine schützende Hand üba meine Zechbrüda, ich mach en Deckel-Rettungsschirm über 75.000 Euro, aba nur unta der Bedingung, datt meine Zechbrüda sich dazu verpflichten, von selbs aus anne Abarbeitung vonnem Deckel mitzuwirken“, dann hasse en Rettungsschirm par Exelenzia.

Un datt auffe europäische Ebene gezogenen iss getz ma der ESFS. So einfach iss datt.

Glück Auf!

Euern Otto

Ottos Interview beie Finanzversteher

Geschrieben von am 14. September 2011 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

mein Fachwissen im Bereich vonne Finanzen hatt sich getz au biss inne Chefetagen vonne Bankenwelt herum gesprochen. Un alle wolln se von mich wissen „Otto watt iss da los anne Märkte? Soll ich meine goldenen Streifen anne Joggingbuchse verticken oda steicht der Goldkurs noch weita an?“ Fragen üba Fragen. Un so iss et nich verwunderlich, datt son Weltblock wie der Finanzversteher mich umme Expertise gebeten hatt.

Ich fühl mich geehrt, datt datt Block Finanzversteher mich zuen Interview gebeten hatt un da habbich natürlich gerne mitgemacht:

http://www.finanzversteher.de/blog/finanzversteher-fragt-blogger-antworten/finanzversteher-fragt-blogger-antworten-teil-3-ottos-revier/

Vielen Dank noch ma von diese Stelle aus annet Team vonne Finanzversteher!

Glück Auf!

Euern Otto

Ottos Wirtschaftslexikon – Datt Eurobündchen

Geschrieben von am 15. August 2011 | Abgelegt unter Wirtschaftslexikon

Kinners,

inne Zeiten vonne Wirtschaftskrise weiß keina mehr watt los iss, ausser mich, Finanzexperte Otto Redenkämper vonne osteuropäische Wellness-Tempel Versicherung. Deshalb werd ich hier ma inne lose Reihenfolge de wichtigsten Begriffe erklärn. Heute: Eurobonds.

Bonds iss ja bekanntlich datt englische Wort für Bündchen. Un Euro iss klar. Der Euro iss en Teuro. Datt heißt dann also, weil der Euro allet teuer macht, wird den europäischen Ländern de Schuldenhose langsam eng. De Plautze mit all de Kredite wächst un droht de Buchse zum platzen zu bringen.

Un damitt datt nich passiert gibbet en Eurobonds, also en Eurobündchen. Datt iss elastisch mit Gummizuch gemacht un wenn datt eingeführt wird, dann habn de Länder wieda mehr Spiel inne Schuldenbuchse un können de Kreditplautze weita voll futtern.

So sieht datt ma aus. Un datt wird getz biss nächste Woche auswendich gelernt un dann frach ich datt ab.

Glück Auf

Euern Otto